Gericht soll Tennishallen wieder öffnen

Aufschlag für den Anwalt: Professor Guido Britz will, dass im Saarland die Tennishallen wieder öffnen dürfen. Deshalb tritt der Rechtsanwalt aus St. Ingbert vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG) gegen die Landesregierung an.

SAARLOUIS/ST. INGBERT | (fu) Aufschlag für den Anwalt: Professor Guido Britz will, dass im Saarland die Tennishallen wieder öffnen dürfen. Deshalb tritt der Rechtsanwalt aus St. Ingbert vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG) gegen die Landesregierung an. Für den Saarbrücker Tennisclub Halberg Brebach hat Britz mit seiner Kollegin Nicole Wartenphul eine einstweilige Anordnung gegen die Corona-Verordnung beantragt. Wann das OVG im Eilverfahren entscheiden wird, ist noch offen. Am Dienstag ist der Antrag von Britz beim Gericht eingegangen. Der Jurist und Tennisspieler möchte vorläufig eine Regelung kippen, die den Club dazu zwang, seine vereinseigene Halle zu schließen. Britz sieht Grundrechte des Vereins verletzt, weil dieser sein Eigentum nicht nutzen könne. Das Verbot des Tennisspielens unterm Hallendach hält er für nicht verhältnismäßig. Darüber hinaus bemängelt Britz die Rechtsgrundlage der geltenden Vorschriften.

Der Anwalt vertritt nicht nur den von Bauunternehmer Philipp Gross geführten Club aus Saarbrücken. Sondern ausdrücklich auch die Interessen des Saarländischen Tennisbundes (STB) mit knapp 22 000 Mitgliedern. Vor einem Monat hatte sich Britz im Namen des STB bereits an Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) gewandt. Sein jetziger Vorstoß kommt zu einem kritischen Zeitpunkt im Lockdown. Lockerungsrufe treffen auf Warnungen vor einer dritten Welle der Pandemie. Voraussichtlich am Freitag wird die Landesregierung neue Corona-Regeln beschließen.

„Klar ist, dass wir uns an den Beschlüssen der Ministerpräsidentenkonferenz orientieren“, sagt Regierungssprecher Alexander Zeyer. Die Länderchefs hatten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) einen „vierten Öffnungsschritt“ vereinbart, bei stabilen Inzidenzwerten auch „kontaktfreien Sport im Innenbereich“ in Aussicht gestellt. Nach Informationen unserer Zeitung soll das saarländische Innenministerium mit Experten an Lösungen arbeiten. Doch angesichts des Infektionsgeschehens glaubt Rechtsanwalt Britz nicht an Lockerungen: „Da wird keine Bewegung kommen.“

Schon während des ersten Lockdowns im vergangenen Jahr zog Britz für seinen Sport vor Gericht. Die damalige Verordnung untersagte das Tennisspielen auch im Freien. Beim Verwaltungsgericht in Saarlouis beantragte Britz als Privatmann und im Auftrag des Tennisclubs in Winterbach den Erlass einer einstweiligen Anordnung gegen das Saarland. Bemerkenswert: In Winterbach, einem Stadtteil von St. Wendel, schlägt auch Gesundheits-Staatssekretär Stephan Kolling (CDU) auf, bis heute der Chef des Corona-Krisenstabes der Landesregierung. Seinerzeit zogen der Verein und Britz ihren Antrag zurück, nachdem sich Innen- und Sportminister Klaus Bouillon (CDU) eingeschaltet hatte und eine außergerichtliche Lösung greifbar erschien.