1,8 Millionen pro Jahr für Schulsozialarbeit im Kreis Saarlouis
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Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot und Landrat Patrik Lauer haben den Vertrag am Freitag unterschrieben.

Bildungsministerium und Landkreis stellen für die nächsten zwei Jahre genug Geld für 40 Vollzeitstellen bereit, die sich insgesamt 73 Schulen teilen.

KREIS SAARLOUIS/RODEN | (om) Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot und Landrat Patrik Lauer haben an der Römerbergschule in Roden den Vertrag zur Finanzierung der Schulsozialarbeit unterzeichnet. Er hat eine Laufzeit von zwei Jahren. Insgesamt steuern das Ministerium und die saarländischen Landkreise einschließlich des Regionalverbandes Saarbrücken jeweils fünf Millionen Euro pro Jahr bei. Für den Landkreis Saarlouis sind es 886 000 Euro vom Land und 900 000 Euro vom Kreis, also insgesamt knapp 1,8 Millionen Euro. Davon werden laut Lauer 40 Vollzeitstellen finanziert, von denen 28 auf die 61 allgemeinbildenden Schulen und zwölf auf die berufsbildenden Schulen im Kreis entfallen. Dabei stehen den Grundschulen mindestens zwei Tage, den Gymnasien drei und allen anderen Schulformen vier Tage Schulsozialarbeit zu.

„Bislang hatte der Kreis, der als Träger der Jugendhilfe mit im Boot ist, mit drei Ansprechpartnern in drei verschiedenen Ministerien zu tun“, sagte Lauer: „Wir haben uns klar für einen Ansprechpartner ausgesprochen und der ist mit dem Bildungsministerium nun auch gefunden.“ Ein Teil des Geldes komme vom Bund: „Im Bundesaufholprogramm sind 1,9 Millionen Euro für Schulsozialarbeit vorgesehen. Anstatt neue Instrumente einzusetzen, wollen wir die vorhandenen Strukturen stärken“, erklärte Streichert-Clivot.

Den Termin an der Römerbergschule hatten Ministerin und Kreis bewusst gewählt. Die vierzügige Grundschule (vier Klassen pro Jahrgangsstufe) ist eine der größten im Land. Dort werden 267 Schüler aus 17 Nationen unterrichtet. Für 110 Kinder ist Deutsch nicht die Muttersprache. Hinzu kommen noch 67 Kinder, die hier im Rahmen von Inklusion unterrichtet werden. „Das erfordert eine ganzheitliche Arbeit in einem multiprofessionellen Team“, betonte die stellvertretende Schulleiterin Annette Helfen, die die Delegation um Landrat und Ministerin durch die Schule führte. Mit dabei waren auch die Landtagsabgeordneten Petra Berg (SPD) und Marc Speicher (CDU) sowie die Saarlouiser Bürgermeisterin Marion Jost und Schulamtsleiter Alexander Guß als Vertreter des Trägers.

Neben dem Kollegium gehören dem multiprofessionellen Team noch an: Schulsozialarbeiterin Nicole-Schäfer-Brand, Isabel Selzer als Lehrerin für Deutsch als Zweitsprache, Förderschullehrerin Susanne Zapp, Yvonne Pontius als Leiterin der Caritas-Nachmittagsbetreuung und ein Dolmetscher an. Lauer forderte: „Wir müssen uns ganzheitlich um die Kinder kümmern. Kein Kind darf abgeschrieben werden oder auf der Strecke bleiben.“ Er stimme mit dem Moto der Römerbergschule völlig überein, das lautet: „Schule ist nicht nur ein Lern-, sondern auch ein Lebensort!“