Zum Start hat niemand die Maske vergessen
Foto: Frank Faber
Spontan schaute Olaf Schley (hinten rechts), der neue Schulleiter an der GMS St. Wendel. beim Tutorenunterricht in der Klasse 5b vorbei.

So lief der erste Schultag nach den Sommerferien an der Gemeinschaftsschule St. Wendel.

Von Frank Faber

ST. WENDEL | Noch kann Olaf Schley unerkannt und quasi inkognito durch das Schulgebäude schreiten. „Die Schüler kennen mich ja noch gar nicht“, weiß er. Pünktlich zum Neustart nach den Sommerferien ist er neuer Schulleiter an der St. Wendeler Gemeinschaftsschule (GMS). „Das seit Mittwoch voriger Woche“, teilt Schley mit. Zuvor hat er als Lehrer an der Max-von-Grün-Schule in Merchweiler unterrichtet. Ab 2017 fungierte er dann als zweiter stellvertretender Schulleiter an der Alex-Deutsch-Schule in Wellesweiler. „Beide sind Gebundene Ganztagsschulen, so wie hier in St. Wendel“, erklärt der neue GMS-Schulleiter. Am Freitag war für ihn Dienstbesprechung mit dem neuen Lehrerkollegium, und am Samstag fand die Aufnahmefeier für die neuen Fünftklässler statt. „Wir wollten die Feier aus dem ersten Tag nach den Sommerferien rausholen“, erläutert Schley.

Und der erste Tag im Schuljahr 2021/22 startet an der GMS ab 7.45 Uhr mit dem Corona-Selbsttest. „Die Schüler haben sich unter Aufsicht des Lehrpersonals selbst getestet“, berichtet der Schulleiter. Zweimal pro Woche steht die Testung vor Unterrichtsbeginn auf dem Plan. Es gilt nach wie vor die Regel, dass ein Schüler, der an einem Testtag gefehlt hat, ein Testzertifikat zum nächsten Schultag mitbringen muss, sofern an diesem keine Testung stattfindet. „Das ist ja schon seit ein paar Monaten am Laufen, sodass es dabei keinen großen Aufwand mehr gibt“, stellt Schley fest.

Allerdings gelten für die ersten beiden Schulwochen für Schüler im Saarland besondere Hygiene- und Infektionsschutzregelungen. Um das Risiko von Corona-Infektionen zu verringern, hat das Saar- Bildungsministerium für diesen Zeitraum eine ausgeweitete Maskenpflicht beschlossen. Schüler und Lehrer müssen in den ersten 14 Tagen des neuen Schuljahres innerhalb des Gebäudes eine Maske tragen. „Am ersten Schultag nach den Ferien hat kein Schüler seine Maske vergessen“, stellt Lehrerin Sylvia Dörr erfreut fest. Schley findet: „Im schulischen Alltag hat man sich mittlerweile daran gewöhnt“. Er geht mit allen Maßnahmen, die zur Eindämmung der Corona-Pandemie in der Schule beitragen, konform. „Denn der Präsenzunterricht muss unter allen Umständen gehalten werden, weil Homeschooling das nicht ersetzen kann“, weshalb der Schulleiter zum Einhalten der Regeln appelliert.

Das Einbahnstraßensystem mit Laufrichtungen sorgt weiterhin im Gebäude dafür, dass es zu keinem Begegnungsverkehr kommt. Im Freien, so Lehrerin Dörr, müsse keine Maske getragen werden. „Allerdings sollen die Schüler sich auch auf dem Pausenhof verteilen und den Abstand einhalten“, sagt Dörr. Am Anfang hätten sich die Jugendlichen beim Abstandhalten noch schwergetan, nun sei es zur Routine geworden.

In den Sommerferien hat das Lehrerkollegium auch die neuen Verordnungen des Bildungsministeriums abgewartet und diese in die Planung des Schulstarts einfließen lassen. „Es hat keinen Ferientag gegeben, an dem kein Lehrer in der Schule war“, berichtet Dörr. Wichtig für Schley ist, dass die Digitalisierung an der GMS weiter vorangetrieben wird. Und das laufe gut. Ein eigenes IT-Team schult beispielsweise die Kollegen in internen Fortbildungen. Auch das Förderpaket des Bundes „Aufholen nach Corona“ (siehe Info) wird an der Schule umgesetzt „Die wegen Corona entstandene Lernlücken können von den Schülern mit externen Kräften zusätzlich zum Lehrpersonal aufgearbeitet werden“, begrüßt der Schulleiter die Installation und Realisierung des Aktionsprogramms.

Derzeit besuchen 280 Schüler die GMS in der Kreisstadt, die gleichzeitig auch die einzige Gebundene Ganztagsschule im Landkreis St. Wendel darstellt. „Durch den langen Tag lernen sich Lehrer und Schüler sehr gut kennen“, sieht Lehrerin Dörr als Vorteil. Durch die ganztägige Betreuung und Beschulung entstünde so eine Beziehung, um den Schüler individuell entsprechend fördern zu können.

Derweil hat die Klasse 5b im Sitzkreis Platz genommen. Die Tutorinnen Margarita Bengart und Anne Kraft haben den neuen GMS-Schülern das Gebäude und die Mensa gezeigt. Nun spitzen die Jugendlichen die Ohren: Tutorin Bengart präsentiert ihnen den neuen Stundenplan. Die Bücher dazu haben sie bereits abgeholt. Nach vier Stunden ist der Tutorenunterricht für alle Klassen um 11.15 Uhr beendet. Am zweiten Tag nach den Ferien wird dann der Ganztagsbetrieb an der GMS mit Mittagessen in der Mensa wieder hochgefahren. „Das regeln wir in zwei Zeitschienen“, teilt Dörr mit. In der nächsten Woche sollen dann auch die AGs im Nachmittagsbereich stattfinden.

Info

Förderpaket „Aufholen nach Corona“

Die Bundesregierung hat am 5. Mai das Aktionsprogramm „Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche“ in Höhe von zwei Milliarden Euro in den Jahren 2021 und 2022 gestartet. Es besteht aus einem Nachholprogramm für pandemiebedingte Lernrückstände und einem umfangreichen Maßnahmenpaket zur Unterstützung der sozialen Kompetenzen und der allgemeinen Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen.