Wenn „Welkerman“ in Wiesbach dirigiert, ist Musik drin
Foto: Maria Boewen-Dörr
Vorsitzender Peter Gros (von links) mit den Geehrten Andreas Trenz, Johanna Schäfer und Christoph Rothenbusch, sowie Julia Schmidt-Gräsel vom Musikkreis Neunkirchen.

Das Herbstkonzert des Musikvereins Wiesbach bot eine große musikalische Vielfalt. Auch das Jugendorchester überzeugte.

Von Maria Boewen-Dörr

WIESBACH | Beliebte Melodien aus der Popular- und Weltmusik präsentierte der Musikverein Harmonie inmitten wunderschöner herbstlicher Arrangements beim Herbstkonzert in der Wiesbachhalle. Die Musiker ernteten für ihre anspruchsvollen Darbietungen, die höchste Konzentration und intensive Probenarbeit erforderte, viel Applaus. Peter Gros vom Vorstand sprach von „einem besonderen Tag“, insbesondere weil nach einem langen kulturellen und musikalischen Stillstand dieses Konzert stattfinden konnte.

„Wir sind zwar ein gemeinnütziger Verein, aber ohne Erträge aus den öffentlichen Auftritten haben auch wir es schwer, Investitionen in den Musikernachwuchs und in aktuelles Notenmaterial zu tätigen“, sagte Gros und freute sich, dass die Sponsoren dem Verein treu geblieben sind. Dirigent Carlo Welker stimmte zum Auftakt mit der Eröffnungsfanfare der Olympischen Sommerspiele 1988 in Seoul „The Olympic Spirit“ auf ein anspruchsvolles Konzert ein. Nach der „Euro Swing Parade“ stand das Jugendorchester im Rampenlicht. Die Nachwuchskünstler interpretierten unter anderem „Let’s Rock“, den „Mickey Mouse March“, und „Let it be“ von den Beatles. Marsha Moeni, Ronja Zimmer und Isabell Schlick glänzten mit Solobeiträgen. Viel Lob und Applaus gab’s für die jungen Akteure.

Beschwingte Musik stand danach mit der „Fuzi Polka“ des jungen burgenländischen Komponisten Michael Koller auf dem Programm des großen Orchesters. Kurzweilig war die Moderation des Dirigenten Carlo Welker, der zu vielen Stücken interessante Geschichten erzählen konnte und gelegentlich auch scherzte, wie bei dem Seemannslied „The Wellerman“ könnte es auch „The Welkermen“ heißen, wenn er gemeinsam mit seinem Bruder musiziere. „Arsenal“, eine Komposition von Jan van der Roost, als Marschmusik mit Klasse, bildete den Auftakt in der zweiten Hälfte des Konzertes. Mit „Rise of the Phoenix“ wurde das Publikum in ein episches Filmmusik-Abenteuer entführt, verbunden mit der Botschaft, dass jeder Mensch so akzeptiert werden soll, wie er ist. „Das Leben ist viel kurz, lebt euer eigenes Leben, steckt die Nase nicht in anderer Leute Leben“, so der Rat des Dirigenten.

Mit dem Titel „In schöner Erinnerung“ wollte sich das Orchester eigentlich verabschieden. Aber lang anhaltender Applaus und viele Rufe nach einer Zugabe ließen die Musiker nicht von der Bühne. „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ sorgte für eine melancholische Note, und unterstrich - zusammen mit dem abschließenden Marschpotpourri – die Vielseitigkeit des Konzertes. „Ich freue mich, mit einem so guten Orchester zu spielen. Ohne diese engagierten Musiker könnte ich kein solches Konzert machen“, lobte Welker nach der gelungenen Aufführung die Musiker.

Stolz zeigte sich auch der Schirmherr, Bürgermeister Andreas Feld. „In Wiesbach rockt’s wieder, in Wiesbach ist wieder Musik drin und das liegt daran, dass Welkerman dirigiert“, fasste er zusammen.

Die designierte Vorsitzende des Kreisvorstandes im Musikkreis Neunkirchen, Julia Schmidt-Gräsel, ehrte langjährige Musiker: Johanna Schäfer und Andreas Trenz für 16-jähriges musikalisches Engagement und Christoph Rothenbusch für 25 Jahre. Der im Juli neu gewählte Vorstand nutzte die Gelegenheit, sich dem Publikum vorzustellen. Peter Gros honorierte die Leistung von Harald Schorr und seiner Frau Brigitte, die ihren Mann 13 Jahre als Vorsitzender des Musikvereins tatkräftig unterstützte und bedankte sich bei beiden mit einem Präsent.

Der neue Vorstand: Elke Schwarz, Peter Gros, Jannis Schlick – Vorsitzende, Beisitzer: Miol und Annabelle Poyo Gonzales, Andrea Neu, Anne Jakob, Irene Riehm, Kassenprüfer: Isabell Schlick und Lukas Neu